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Wer will, wer will, wer hat noch nicht?

Paul Biedermann blüht in ihm auf, erreicht neue, nie erdachte Sphären, Britta Steffen hat ihn auch, bräuchte ihn aber –  sind wir doch mal ehrlich – nicht wirklich und Michael Phelps nur dann, wenn es nach einer Niederlage – gegen den aufblühenden Biedermann – auf der kurzen Schmetterlingsdistanz mal wieder hart auf hart kommt.

Die Rede ist natürlich von einem der neuen ,,Wunderanzüge“.  Biedermann steht für Arena, Steffen vertraut auf Adidas und Phelps genießt Speedo. Im Endeffekt sind die Markenunterschiede jedoch marginal. Weltrekorde purzeln mit jedem, getreu der Devise ,,wer will,wer will, wer hat noch nicht“.

Eine gute Woche sind sie nun her, die Weltmeisterschaften der Weltrekorde, der Materialschlachten.  Der Weltrekord an sich verliert seither erst recht an Stellen- und Seltenheitswert, die Vielzahl lässt den einzelnen in der Masse verschwinden. Man fragt sich, wo das alles nur hinführen soll.

Doch diese Frage ist wider Erwarten bereits geklärt. Es führt zurück zu den Wurzeln. Ab 2010 zu Anzüge – wenn man es dann überhaupt noch so nennen darf -, die bei den Männern das Knie und den Nabel nicht überschreiten dürfen, bei den Frauen Knie, Schultern und Nacken.  Wasserdurchlässigkeit steht wieder im Vordergrund, Auftrieb gegen Null. Neopren wird aus dem Schwimmsport fürs Erste verbannt, Textil ist wieder in. Wunderanzüge ade, die Badehose und der Badeanzug erleben ihr Comeback, das Rasieren nicht zu vergessen.

Sollte die FINA jedoch nicht die Fabelzeiten aus 2009 annullieren, heißt es aber auch Weltrekorde ade. Bleiben die Rekorde bestehen, werden es magere Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte im Schwimmen ohne Weltrekorde.

Wir werden sehen, was die Zukunft bringt, auch für uns Amateure. Nicht auszudenken, wie ich weiter schwimmen soll, wenn Anzüge, die bei den Profis bis zu 0,5 sec Zeitersparnis auf 50m mit sich bringen, verboten werden. Respektive bleibt also bei mir wohl fast eine Sekunde auf der Strecke. Mir schwant gar Fürchterliches.

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